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Exkursion zur
Ratsschulbibliothek Zwickau (Sachsen)
Am 20.Mai 2006 trafen wir uns zu unserer
diesjährigen Exkursion an der Ratsschul- bibliothek Zwickau,
Lessingstraße 1, um deren "Verborgenen Schätze!?",
wie ihr
Slogan lautet, kennen zu lernen.
Die Ratsschulbibliothek Zwickau (Sachsen)
hat
den Status einer öffentlich-wissenschaft- lichen Bibliothek
der
Stadt und ist, da 1458 erstmalig aktenkundig erwähnt, eine der
ältesten Bibliotheken Deutschlands.
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Ihre Geschichte ist eng mit der der
bereits Ende des 12 Jahrhunderts
gegründeten Zwickauer Lateinschule verbunden. Einer ihrer
Rektoren, die
die Entwicklung der Bibliothek wesentlich beeinflußten, war
u.a. auch
Georgius Agricola.
Durch Schenkungen, Übernahme von
Nachlässen und Ankauf wuchs der
Bestand im Lauf der Zeit. Anfangs war die Bibliothek nach der ersten
räumlichen Trennung von der Lateinschule in der
Grünhainer Kapelle
untergebracht. Um 1900 trennte sich die Ratsschulbibliothek
endgültig
vom Gymnasium und nahm 1914 im rechten Flügel des heutigen
Städtischen
Museums, wo sie sich jetzt noch befindet, ihren Betrieb auf.
Gegenwärtig
verfügt sie über einen Bestand von über
160.00
bibliographischen Einheiten, dar. ca 60% Drucke bis 1850,
über 200 mittelalterliche Handschriften, ca. 1200 Inkunabeln,
rd.
2000
alte Musikalien und ca. 30.000 Gelegenheitsschriften.
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Sammelgebiete sind:
- Regionalkunde Sachsens (mit Schwerpunkt
Südwestsachsen);
- Reformationsgeschichte; Schrifttum
des 16. und 17. Jahrhunderts;
- Musikalien des 15. bis 17.
Jahrhundert;
- Gelegenheitsschriften des 16.
bis 18. Jahrhunderts, dar etwa 26.000 Personalschriften, auch
mit
genealogisch relevanten Inhalten (Glückwünsche,
Leichenpredigten u.a.);
- Buch- und Bibliotheksgeschichte;
- Sprach und Literaturgeschichte;
Naturgeschichte; Sozialgeschichte;
- Schulprogramme.
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Frau Leistner von der Ratsschulbibliothek
erklärte uns kompetent und
engagiert die Entwicklung und die Aufgabenstellung der Einrichtung,
zeigte uns und kommentierte eine Auswahl interessanter Exponate und
beantwortete die Anfragen der Teilnehmer.
Sie wies u.a. darauf hin, daß
die Personalschriften katalogisiert
und und in dieser Form auch digital unter "VD 17 | Das Verzeichnis der
im deutschen Sprachraum erschienen
Drucke des 17. Jahrhundert" publiziert sind und über die Url.:
http:www.vd17.de
eingesehen werden können.
Für mich persönlich war
neben der Buchbinderkunst der früheren
Jahrhunderte besonders die akkurate, saubere Schrift und die
schöne
Initialenmalerei der alten Pergamentbibel und das
übersichtliche
Layout sowie die Papierqualität der etwa 500 Jahre alten
Druckbibel
beeindruckend.
Übrigens, durch den
Internetverweis von Frau Leistner fand ich nach
einiger Einarbeit (mehrfache Versuche) und mit nötiger
Ausdauer den
gesuchten Kupferstich von Mitte des 18. Jahrhunderts im digitalisierten
Bestand der Uni Halle.
Besten Dank Frau Leistner, für
diese Anregung und Ihren Vortrag.
Rolf
Rosch
Chemnitz.
21.05.2006
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